Neubau schützt vor Schimmelpilz nicht

Wussten Sie, dass es im 19. Jahrhundert sogenannte Trockenmieter gab, die durch Ihren Erstbezug ein neues Gebäude „trocken gewohnt“ haben? Ich hätte Feuchtigkeit und Schimmelpilzprobleme nur in älteren Gebäuden vermutet, dabei ist das Problem in Neubauten schon ein ganz alter Hut.

Den meisten Häusle-Bauern geht es dabei wie mir: Sie wissen gar nicht, welche Mengen an Feuchtigkeit in einem Neubau stecken. Bei einem Haus mit einer Wohnfläche von 130m² sind es sage und schreibe bis zu 10.000 (!) Liter. Mit dieser Wassermenge könnte man über 11 Stunden am Stück unter der laufenden Dusche stehen (Wenn man von einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 15 Liter/Minute ausgeht).

Das ist ziemlich viel Wasser und das muss man als Hausbesitzer irgendwie wieder loswerden. Das geht entweder durch viel Heizen und Lüften oder durch spezielle Trocknungsmaßnahmen. 

Haben Sie schon mal von „Trockenwohnern“ gehört?

Zu Gründerzeiten (also Mitte bis Ende des 19.Jahrhunderts) gab es tatsächlich sogenannte „Trockenmieter“ oder „Trockenwohner“, die neu gebaute Häuser schon während der Bauphase umsonst oder für wenig Geld beziehen durften. Wegen des verwendeten Kalkmörtels brauchten die Neubauten von damals eine Trockenzeit von 3 Monaten. 

Während dieser Zeit konnten die meist mittelosen Trockenmieter „das Haus schon allein durch ihre Anwesenheit beheizen und außerdem mit dem Kohlenstoffdioxid ihrer Atemluft zur schnelleren Aushärtung des Mörtels beitragen, bis es schließlich soweit getrocknet war, dass man es zur vollen Miete regulär vermieten konnte.“ (Quelle: Wikipedia)

Die Praxis der Trockenwohner stammt aus einem anderen Jahrhundert und ist natürlich überholt, aber sie zeigt, dass das Problem der Neubaufeuchte kein neues Thema ist.

Das A und O für einen trockenen Neubau: Heizen, Lüften und Warten

Und es gibt ein paar Dinge, die man als frischgebackener Hausbesitzer beachten sollte, um den Albtraum von nassen Wänden im Neubau zu vermeiden. Nachdem Sie Ihren Wänden Zeit zum Trocknen gegeben haben oder auf eine spezielle Bautrocknung zurückgegriffen haben, können Sie beispielsweise Hängeschränke direkt an der Wand anbringen.

Sind die Wände hingegen noch feucht, müssen Sie sicherstellen, dass besonders hinter Möbel Luft hinkommen kann. Das erreichen Sie ganz einfach, indem Sie grundsätzlich einen Abstand von mindestens zehn Zentimetern zwischen Wandfläche und Möbeln lassen. Denn nur so kann die Raumluft ausreichend zirkulieren und die Feuchtigkeit hat keinen Ort an dem sie sich absetzen kann.

Nach circa 2 Jahren können Sie Ihren Wohnraum ungehindert gestalten. Denn so lange dauert es (regelmäßiges Heizen vorausgesetzt) bis die Neubaufeuchte größtenteils entwichen ist. Ausgenommen ist natürlich die Anwendung einer fachmännischen Bautrocknung (im Bild oben zu sehen). Diese trocknet Ihr neues Zuhause schnell und zuverlässig.

Haben Sie schon mal einen Neubau bezogen und vielleicht noch einen Tipp für unsere Leser?

 

Über die Autorin

Sarah Schönfeld

Online-Redakteurin & Social Media Managerin

Ich bin seit April 2015 in der ISOTEC-Zentrale tätig und mein gewohntes Fahrwasser ist das Internet. Hier bin ich ständig unterwegs und fische nach interessanten Beiträgen und Trends für unsere Zentrale und die ISOTEC-Fachbetriebe. Momentan lerne ich bei ISOTEC eine Menge interessanter Dinge über die nachhaltige Sanierung von Gebäuden bei Feuchtigkeits- und Schimmelpilzproblemen.