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Die acht Ursachen von Feuchtigkeitsschäden: 8. Neubaufeuchte

Für viele endet der Traum vom Eigenheim mit einem echten Albtraum: Nach überstandenen Widrigkeiten während der Bauzeit und dem ganzen Umzugsstress jetzt auch noch das: Schimmelpilz.

Wie kann denn das sein?

Alles ist neu, der Bauträger hat dem Eindruck nach umsichtig und qualitativ gut gearbeitet und trotzdem schimmeln die Fußleisten und Tapeten. Auch hinter dem Schrank sieht es gar nicht gut aus

Wurde eventuell doch schlampig gearbeitet? Sind Sie Opfer des allseits bekannten ‚Pfusch am Bau‘

Ein bekannter Spruch früherer Baumeister war wie folgt:

In seinem neuen Haus lässt man im ersten Jahr seine Feinde, im zweiten Jahr seine Freunde wohnen. Erst im dritten Jahr zieht man selbst ein.

Und das aus gutem Grund: Neubaufeuchtigkeit.

In einem neuen Gebäude werden im Schnitt ca. 100 l Wasser pro m² Wohnfläche eingebracht. Das sind bei einem Haus mit 200 m² Wohnfläche 20.000 l. Ganz schön viel.

Diese mit den Baustoffen (Beton, Mauerwerk, Estrich, Putzen) eingebrachte Feuchtigkeit trocknet erst über die Zeit langsam aus. So geht man bei einem Mauerwerk von einer Trocknungszeit von 120 - 360 Tagen aus. Bei Beton sind die Trocknungszeiten bis zur Ausgleichsfeuchte sogar noch deutlich länger.

Also: Es braucht einfach Zeit, bis die Menge an Wasser aus dem Baukörper an die Raumluft abgegeben wurde. Diese physikalisch notwendige Zeit gibt man den Gebäuden heutzutage aber nicht mehr.

Wir haben in unserem Blog bereits über die sogenannten Trockenmieter aus vergangenen Zeiten berichtet, die ein neugebautes Haus erst einmal 3 Monate trocken gewohnt haben -Mehr erfahren Sie in unserem Artikel Neubau schützt vor Schimmelpilz nicht (einfach hier klicken und weiterlesen).

Die Bauzeiten für ein Einfamilienhaus, vom ersten Spatenstich bis zum Einzug, liegen heutzutage in Deutschland bei 5 - 7 Monaten. Zeit ist Geld.

Die Folgen sind fatal: Die Austrocknung des Gebäudes findet während des Erstbezuges statt und Schimmelpilzbildung ist keine Seltenheit.

Daher sollten Sie bei einem Umzug in einen Neubau die folgenden Regeln dringend beachten:

  1. LüftenGerade in den ersten Monaten sollten Sie Ihr Haus mindestens dreimal täglich Stoß- und Querlüften. Am besten stellen Sie ein Hygrometer zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit auf. Sobald ein Wert jenseits der 60% erreicht ist, heißt es: Fenster auf!
  2. HeizenWarme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Daher müssen Sie den Neubau immer ausreichend temperieren. Auch wenn Sie ein Niedrigenergiehaus gebaut haben, sollten Sie im ersten Jahr heizen, was das Zeug hält und nicht auf einen möglichst geringen Energiebedarf schielen.
  3. Die richtigen Tapeten und FarbenHier unbedingt auf diffusionsoffene Materialien achten. Packen Sie die Wände nicht mit Glasfasertapeten und Latexfarben luftdicht ein, sondern lassen Sie die Wände atmen und somit austrocknen.Möbel mit Abstand aufstellenFalls die Wände noch nicht ausreichend trocken sind, sollten Sie die Möbel mit einem Abstand von ca. 10cm aufstellen.

Sie können es natürlich auch wie die alten Baumeister handhaben. Aber erst im dritten Jahr selbst einziehen, ist dann doch eher unrealistisch…

Über den Autor

Lars Bobach

Sachverständiger für Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden (DHBV)

Ich habe meinen ISOTEC-Fachbetrieb 2004 gegründet. Meine jahrelange Erfahrung im Bereich Feuchtigkeits- und Schimmelpilzsanierung gebe ich hier im ISOTEC-Blog weiter.

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