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Ratgeber Balkon

Feuchteschäden am Balkon: Das sind die Gründe

Der Balkon ist für viele eine Erholungsoase innerhalb der eigenen vier Wände, welcher für die Besitzer einen grossen Mehrwert vor allem im Sommer bietet. Umso ärgerlicher, wenn der Balkon in schlechtem Zustand ist und die Nutzung dadurch eingeschränkt wird. Abplatzende Fliesen oder Schäden an den Oberflächen sind die offensichtlichsten Schäden an Balkonen. Diese auf den ersten Blick nur optischen Schäden sind allerdings das Eintrittstor für weitgreifende Feuchteschäden. Dieser Ratgeber informiert Sie über folgende Themen: 

Ursachen für Feuchteschäden am Balkon

Oberflächenschäden am Balkon sind der Eintrittspunkt für Feuchtigkeit

In vielen Fällen sind Schäden an Balkonoberflächen, die durch die hohe Beanspruchung und durch die Nutzung entstehen, der Ausgangspunkt für folgende Feuchteschäden. Durch entstandene Risse oder defekte Boden-Wand-Anschlüsse, gerät Feuchtigkeit in die Bausubstanz des Balkons, sowie in angrenzende Bauteile oder in das Gebäudeinnere.

Kritisch wird es vor allem in den Wintermonaten, wenn das in den Baustoff eingedrungene Wasser gefriert und sich ausdehnt. Die Folgen dieser Ausdehnung sind hohlliegende oder gar abgesprengte Fliesen, sich ablösende Beschichtungen und abplatzender Putz an den angrenzenden Wänden. Diese Feuchteschäden am Balkon sind nicht nur optisch ein Makel, sondern auch eine Beeinträchtigung in der Nutzung der Fläche.

Schäden durch eine fehlerhafte Abdichtung

Eine Abdichtung erfüllt immer nur ihren Nutzen, wenn sie fachmännisch und gründlich durchgeführt worden ist. Besonderes Augenmerk bei Abdichtungen liegt auf den Anschlussbereichen. Diese muss fachgerecht ausgebildet werden, um Wasseranstauung und mögliche Risse zu vermeiden. Eine Abdichtung sollte ausserdem, gemäss der DIN 18531 Teil 5, noch 15 cm nach oben angebracht werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit durch Spritzwasser oder Oberflächenwasser zu verhindern.

Folgeschäden durch eintretende Feuchtigkeit

Eintretende Feuchtigkeit bei Balkon führt zu Betonschäden

Bei defekten Anschlussabdichtungen zu den Innenräumen kann es sein, dass Feuchtigkeit in das Innere von Gebäuden eintritt. Diese Schäden an Wand-Sohlen-Anschlüssen sollten nicht ignoriert werden und rechtzeitig von einem Fachmann untersucht werden. Diese Schäden bieten der Feuchtigkeit die Möglichkeit in angrenzende Wandbereiche oder unter den Estrich zu ziehen. Dort kann die Feuchtigkeit zu Putzabplatzungen und sogar zu einem Schimmelbefall führen. Vor allem Feuchteschäden, die sich unter dem Estrich befinden sind erstens schwer zu identifizieren und zweitens führen sie oft zu einer kostenaufwendigen Sanierung.

Sollte es ausserdem zu Betonabplatzungen infolge der volumenausdehnenden Stahlkorrosion gekommen sein, muss vor einer Balkonsanierung erst eine Betonsanierung durchgeführt werden. Durch die Korrosion fangen die Bewehrungseisen an zu rosten und sich vom Beton zu lösen, wodurch der Balkon anfängt zu bröckeln. Um die Tragfähigkeit des Balkons zu gewährleisten muss in solchen Fällen zwingend, im Vorfeld einer Balkonsanierung, eine Betonsanierung durchgeführt werden.

Wärmebrücke bei auskragenden Balkonplatten

Bei auskragenden Balkonbetonplatten entstehen Wärmebrücken

Bei vielen Altbauten mit Balkon ist das Balkonfundament eine auskragende Betonplatte, die in vielen Fällen nicht von der Geschossdecke abgekoppelt ist. Die Balkonplatte ist quasi eine Verlängerung der Raumdecke nach aussen. Diese durchgängige Betonplatte erzeugt im Übergangsbereich an der Innenwand eine Wärmebrücke, wodurch die Gefahr von Bildung von Kondenswasser im Innenbereich steigt. Kondensation führt oft zu den typischen Bildern eines Schimmelbefalls im Eckenbereich der Decken. Neben der Beseitigung der Feuchteursache, sollten bei Kondensationsfeuchte auch energetische Massnahmen, wie der Einbau einer Klimaplatte, in Erwägung gezogen werden.

Balkonsanierung: Abhängig von den Randbedingungen

Aufgrund der unterschiedlichen Bauweisen von Balkonen gibt es kein einheitliches System zur Sanierung von Balkonen. Die Wahl des Systems ist vor allem abhängig von der vorhandenen Aufbauhöhe. Diese definiert sich über die Höhenlage der vorhandenen Balkontüren oder Fenstern. Unabhängig vom verwendeten System sollte die Abdichtungsunterlage aus einem Gefälleestrich von mindestens 1,5% bestehen.

Somit ist gewährleistet, dass sich kein Wasser an den Anschlussbereichen oder auf der Fläche ansammelt und nach innen dringt. Falls der Balkon eine geschlossene Brüstung hat, wodurch das Wasser nicht eigenständig abfliessen kann, muss eine ausreichende Abflussanlage eingebaut werden.

Erfahren Sie hier mehr über unser System der Balkonsanierung